IP- und Port-Test mit PowerShell

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How-To: Netzwerk- und Port-Test für Plotter und RIP-Systeme

Wofür ist das Script gedacht?

Das PowerShell-Script dient zur schnellen Netzwerkdiagnose bei Plottern, Schneideplottern und RIP-Systemen.

Wenn beispielsweise ein Plotter nicht druckt, SNMP-Daten nicht abgerufen werden können, ein Hot Folder nicht funktioniert oder eine RIP-/CutServer-Verbindung nicht aufgebaut werden kann, lässt sich mit dem Script schnell prüfen, ob die benötigten Netzwerkdienste vom jeweiligen Rechner aus erreichbar sind.

Das Script benötigt keine zusätzliche Software und kann direkt auf einem Windows-PC ausgeführt werden.


Download

Die angehängte Datei IP-Port-Test-Script speichern und umbennen in die Dateiendung .ps1 und per Rechtsklick “Mit PowerSehll ausführen”


Anwendung

Nach dem Start wird lediglich die IP-Adresse des zu prüfenden Geräts abgefragt.

Beispiel:

IP-Adresse des Druckers / Geräts eingeben: 192.168.1.50

Anschließend führt das Script automatisch einen Standardtest für typische Ports aus.

Automatisch geprüfte Verbindungen

ICMP

  • Ping / grundlegende Erreichbarkeit

TCP

  • 9100 – RAW / JetDirect
  • 515 – LPR
  • 445 – SMB / Hot Folder
  • 139 – NetBIOS / SMB
  • 8080 – Sync & Deploy
  • 8085, 8086, 8090 – HP Synchronisation
  • 80 – HTTP
  • 443 – HTTPS / Web / Cloud / Lizenz
  • 30561 – EPSON Synchronisation
  • 1947 – Sentinel LDK
  • 51000 – Zünd Cut Center
  • 5438, 5440, 5536, 5470 – PrintFactory

UDP

  • 161 – SNMP
  • 162 – SNMP Traps
  • 137, 138 – NetBIOS
  • 1947 – Sentinel LDK
  • 5436, 5437 – PrintFactory Discovery

Die Ports werden dabei nur einmal getestet, auch wenn sie von mehreren Systemen verwendet werden.


Eigene Ports testen

Nach dem Standardtest können zusätzlich eigene Ports angegeben werden.

Beispiel:

Eigene TCP-Ports: 10000,12000,50000
Eigene UDP-Ports: 5000,5436

Mehrere Ports werden durch Kommas getrennt.

Das ist beispielsweise hilfreich, wenn ein bestimmter RIP, ein spezieller Drucker oder eine individuelle Netzwerkumgebung zusätzliche Ports verwendet.


Testergebnis

Alle Ergebnisse werden während des Tests gesammelt und am Ende übersichtlich ausgegeben.

Beispiel:

IP             Port  Protokoll  Ergebnis
--             ----  ---------  --------
192.168.1.50   9100  TCP        OFFEN
192.168.1.50   515   TCP        GESCHLOSSEN
192.168.1.50   161   UDP        ANTWORT ERHALTEN
192.168.1.50   162   UDP        KEINE ANTWORT / BLOCKIERT
192.168.1.50   445   TCP        OFFEN

Zusätzlich werden Richtung und Funktion des jeweiligen Ports angezeigt. Dadurch lässt sich leichter nachvollziehen, welcher Dienst betroffen sein könnte.


Wie sind die Ergebnisse zu interpretieren?

TCP – OFFEN

Der Rechner konnte erfolgreich eine TCP-Verbindung zum angegebenen Port aufbauen.

Der Dienst ist aus Sicht des Testrechners erreichbar.

TCP – GESCHLOSSEN / NICHT ERREICHBAR

Es konnte keine Verbindung aufgebaut werden. Mögliche Ursachen sind beispielsweise:

  • Dienst läuft nicht
  • Port ist auf dem Zielgerät geschlossen
  • Firewall blockiert die Verbindung
  • Netzwerkverbindung besteht nicht
  • falsche IP-Adresse

UDP – ANTWORT ERHALTEN

Der getestete UDP-Dienst hat auf das Testpaket geantwortet.

UDP – KEINE ANTWORT / BLOCKIERT

Hier ist keine eindeutige Aussage über den Portstatus möglich. UDP arbeitet verbindungslos und viele Dienste antworten nicht auf beliebige Testpakete.

Dies ist insbesondere bei SNMP und Discovery-Diensten zu beachten.

ICMP – Ping nicht möglich

Ein fehlgeschlagener Ping bedeutet nicht automatisch, dass das Gerät nicht erreichbar ist. ICMP kann beispielsweise durch eine Firewall deaktiviert sein, während TCP- oder UDP-Dienste trotzdem funktionieren.


Sonderfall: Dynamische Ports

Einige Anwendungen, insbesondere Caldera, können zusätzlich dynamische TCP-Ports im Bereich 1024–65535 verwenden.

Dieser Bereich wird nicht automatisch vollständig gescannt, da dies mehrere zehntausend Einzeltests verursachen würde.

Benötigte Ports können stattdessen über die Abfrage für eigene TCP-Ports getestet werden.


Typischer Einsatz bei der Fehlersuche

Das Script eignet sich besonders als erster Diagnoseschritt, bevor eine detaillierte Netzwerk- oder Firewallanalyse durchgeführt wird.

Beispielsweise:

Problem: Plotter druckt nicht.

→ IP-Adresse des Plotters eingeben
→ Prüfen, ob TCP 9100 erreichbar ist.

Problem: RIP zeigt keinen Gerätestatus.

→ UDP 161 prüfen.

Problem: Hot Folder funktioniert nicht.

→ TCP 445 bzw. TCP 139 prüfen.

Problem: PrintFactory-Komponenten finden sich nicht.

→ relevante PrintFactory-Ports wie 5436, 5437, 5438, 5440, 5536 und 5470 prüfen.

Problem: CutServer / Summa-Verbindung funktioniert nicht.

→ insbesondere TCP 9100 sowie die für den jeweiligen Workflow verwendeten Netzwerkfreigaben prüfen.


Wichtig

Das Script ist ein Diagnosewerkzeug für eine erste Eingrenzung des Problems. Ein negatives Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass der entsprechende Dienst defekt ist.

Insbesondere bei UDP und ICMP können Firewalls oder die Funktionsweise des jeweiligen Protokolls dazu führen, dass keine Antwort erhalten wird, obwohl der Dienst grundsätzlich funktioniert.

Der Test zeigt immer die Erreichbarkeit vom Rechner, auf dem das Script ausgeführt wird, zum angegebenen Ziel.

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