How-To: Netzwerk- und Port-Test für Plotter und RIP-Systeme
Wofür ist das Script gedacht?
Das PowerShell-Script dient zur schnellen Netzwerkdiagnose bei Plottern, Schneideplottern und RIP-Systemen.
Wenn beispielsweise ein Plotter nicht druckt, SNMP-Daten nicht abgerufen werden können, ein Hot Folder nicht funktioniert oder eine RIP-/CutServer-Verbindung nicht aufgebaut werden kann, lässt sich mit dem Script schnell prüfen, ob die benötigten Netzwerkdienste vom jeweiligen Rechner aus erreichbar sind.
Das Script benötigt unter Windows keine zusätzliche Software und kann direkt mit PowerShell ausgeführt werden.
Download
Die angehängte Datei IP-Port-Test-Script speichern und umbennen in die Dateiendung .ps1 und per Rechtsklick “Mit PowerSehll ausführen”
Anwendung
Nach dem Start wird lediglich die IP-Adresse des zu prüfenden Geräts abgefragt.
Beispiel:
IP-Adresse des Druckers / Geräts eingeben: 192.168.1.50
Anschließend führt das Script automatisch einen Standardtest für typische Ports aus.
Hinweis zu Ubuntu 24.04 und macOS
Das Script ist primär für Windows PowerShell ausgelegt.
Unter Ubuntu 24.04 und macOS funktioniert es nicht ohne vorherige Installation von PowerShell (pwsh). Die benötigte PowerShell-Umgebung muss dort zunächst installiert werden.
Ubuntu 24.04
PowerShell kann unter Ubuntu 24.04 über das offizielle Microsoft-Paketrepository installiert werden.
Nach der Installation kann PowerShell mit
pwsh
gestartet werden.
Anschließend kann das Script beispielsweise mit
pwsh ./PortTest.ps1
ausgeführt werden.
Sollte das Script noch nicht ausführbar sein, kann die Datei mit
chmod +x PortTest.ps1
freigegeben werden. Der Aufruf über pwsh funktioniert unabhängig davon.
macOS
Auf macOS wird ebenfalls PowerShell (pwsh) benötigt.
Nach der Installation von PowerShell kann die Shell über
pwsh
gestartet werden.
Das Script wird anschließend beispielsweise mit
pwsh ./PortTest.ps1
ausgeführt.
Hinweis: Je nach verwendeter macOS- bzw. Ubuntu-Installation kann zusätzlich die Paketverwaltung des jeweiligen Systems benötigt werden. Für die Netzwerkdiagnose selbst müssen keine zusätzlichen RIP-, Drucker- oder SNMP-Programme installiert werden.
Für die interne Fehlersuche empfiehlt sich daher weiterhin die Verwendung eines Windows-PCs, da das Script ursprünglich für diese Umgebung entwickelt wurde.
Automatisch geprüfte Verbindungen
ICMP
- Ping / grundlegende Erreichbarkeit
TCP
9100– RAW / JetDirect515– LPR445– SMB / Hot Folder139– NetBIOS / SMB8080– Sync & Deploy8085,8086,8090– HP Synchronisation80– HTTP443– HTTPS / Web / Cloud / Lizenz30561– EPSON Synchronisation1947– Sentinel LDK51000– Zünd Cut Center5438,5440,5536,5470– PrintFactory
UDP
161– SNMP162– SNMP Traps137,138– NetBIOS1947– Sentinel LDK5436,5437– PrintFactory Discovery
Die Ports werden dabei nur einmal getestet, auch wenn sie von mehreren Systemen verwendet werden.
Eigene Ports testen
Nach dem Standardtest können zusätzlich eigene Ports angegeben werden.
Beispiel:
Eigene TCP-Ports: 10000,12000,50000
Eigene UDP-Ports: 5000,5436
Mehrere Ports werden durch Kommas getrennt.
Das ist beispielsweise hilfreich, wenn ein bestimmter RIP, ein spezieller Drucker oder eine individuelle Netzwerkumgebung zusätzliche Ports verwendet.
Testergebnis
Alle Ergebnisse werden während des Tests gesammelt und am Ende übersichtlich ausgegeben.
Beispiel:
IP Port Protokoll Ergebnis
-- ---- --------- --------
192.168.1.50 9100 TCP OFFEN
192.168.1.50 515 TCP GESCHLOSSEN
192.168.1.50 161 UDP ANTWORT ERHALTEN
192.168.1.50 162 UDP KEINE ANTWORT / BLOCKIERT
192.168.1.50 445 TCP OFFEN
Zusätzlich werden Richtung und Funktion des jeweiligen Ports angezeigt. Dadurch lässt sich leichter nachvollziehen, welcher Dienst betroffen sein könnte.
Wie sind die Ergebnisse zu interpretieren?
TCP – OFFEN
Der Rechner konnte erfolgreich eine TCP-Verbindung zum angegebenen Port aufbauen.
Der Dienst ist aus Sicht des Testrechners erreichbar.
TCP – GESCHLOSSEN / NICHT ERREICHBAR
Es konnte keine Verbindung aufgebaut werden. Mögliche Ursachen sind beispielsweise:
- Dienst läuft nicht
- Port ist auf dem Zielgerät geschlossen
- Firewall blockiert die Verbindung
- Netzwerkverbindung besteht nicht
- falsche IP-Adresse
UDP – ANTWORT ERHALTEN
Der getestete UDP-Dienst hat auf das Testpaket geantwortet.
UDP – KEINE ANTWORT / BLOCKIERT
Hier ist keine eindeutige Aussage über den Portstatus möglich. UDP arbeitet verbindungslos und viele Dienste antworten nicht auf beliebige Testpakete.
Dies ist insbesondere bei SNMP und Discovery-Diensten zu beachten.
ICMP – Ping nicht möglich
Ein fehlgeschlagener Ping bedeutet nicht automatisch, dass das Gerät nicht erreichbar ist. ICMP kann beispielsweise durch eine Firewall deaktiviert sein, während TCP- oder UDP-Dienste trotzdem funktionieren.
Sonderfall: Dynamische Ports
Einige Anwendungen, insbesondere Caldera, können zusätzlich dynamische TCP-Ports im Bereich 1024–65535 verwenden.
Dieser Bereich wird nicht automatisch vollständig gescannt, da dies mehrere zehntausend Einzeltests verursachen würde.
Benötigte Ports können stattdessen über die Abfrage für eigene TCP-Ports getestet werden.
Typischer Einsatz bei der Fehlersuche
Das Script eignet sich besonders als erster Diagnoseschritt, bevor eine detaillierte Netzwerk- oder Firewallanalyse durchgeführt wird.
Beispielsweise:
Problem: Plotter druckt nicht.
→ IP-Adresse des Plotters eingeben
→ Prüfen, ob TCP 9100 erreichbar ist.
Problem: RIP zeigt keinen Gerätestatus.
→ UDP 161 prüfen.
Problem: Hot Folder funktioniert nicht.
→ TCP 445 bzw. TCP 139 prüfen.
Problem: PrintFactory-Komponenten finden sich nicht.
→ relevante PrintFactory-Ports wie 5436, 5437, 5438, 5440, 5536 und 5470 prüfen.
Problem: CutServer / Summa-Verbindung funktioniert nicht.
→ insbesondere TCP 9100 sowie die für den jeweiligen Workflow verwendeten Netzwerkfreigaben prüfen.
Wichtig
Das Script ist ein Diagnosewerkzeug für eine erste Eingrenzung des Problems. Ein negatives Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass der entsprechende Dienst defekt ist.
Insbesondere bei UDP und ICMP können Firewalls oder die Funktionsweise des jeweiligen Protokolls dazu führen, dass keine Antwort erhalten wird, obwohl der Dienst grundsätzlich funktioniert.
Der Test zeigt immer die Erreichbarkeit vom Rechner, auf dem das Script ausgeführt wird, zum angegebenen Ziel.